Sounding the Interior
6.2.
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3.5.2026
Tamara Al-Samerraei und Mireille Blanc
Die beiden Künstlerinnen Tamara Al-Samerraei (*1977, lebt in Beirut) und Mireille Blanc (*1985, lebt in Paris) lassen sich für ihre vielschichtigen Malereien von Innenräumen und alltäglichen Szenen inspirieren. Ausgehend davon zeichnen sie auf ihre jeweils eigene Weise das Innere als Ort für freies Denken, aber auch für fragile und flüchtige Erinnerungen nach. Malerei, zumeist grossformatig, ist für beide die hierfür gewählte Gattung, um Motive auf Leinwand oder andere Untergründe zu bannen und zugleich unterschiedliche Grade an Abstraktion zu eröffnen. Wie können wir aus dem Inneren heraus denken, agieren und zugleich nach aussen wirken? Dieser Frage geht die Ausstellung nach.
Das Innere zum Klingen bringen
Von Ines Goldbach
Innerlichkeit – der Begriff mag unterschiedliche Assoziationen hervorrufen. Für manche ist er gebunden an Jahreszeiten: an dunklere Tage, an denen man sich bei Kerzenschein oder unter warmen Wolldecken ins Häusliche zurückzieht, oder an Momente, in denen sich der eigene Blick statt nach aussen vielmehr nach innen richtet; bisweilen haftet dem Begriff auch fast ein Nachhall des Biedermeierlichen an, jener Zeit, die manche als rückschrittlich, unpolitisch und als Rückzug ins Private sowie in häusliche Gemütlichkeit verstehen.
Könnte man Innerlichkeit und das Sich-räumliche-Einrichten aber auch als eine Chance verstehen, in vertrauten Räumen Möglichkeiten zu schaffen – über einen kürzeren oder längeren Zeitraum hinweg –, die ein freies, konzentriertes Denken zulassen: einen Blick zurück und nach vorn, um ins Aussen – und damit ins Neue und Unbekannte – besser aufbrechen zu können? Eine Art Luftholen, ein Sich-Sammeln und Sich-Stärken für das, was uns tagtäglich erwartet, sei es gesellschaftlich, politisch oder sei es privat.
So unterschiedlich die beiden Künstlerinnen Tamara Al-Samerraei und Mireille Blanc sind, so aufschlussreich sind ihre malerischen Spurensuchen im Nebeneinander – auch für die beiden Malerinnen selbst. Es sind Spurensuchen, die an Vergangenes erinnern und dem Flüchtigen eine Dauer verleihen. Die Fotografie hilft beiden, dieser Flüchtigkeit des Augenblicks festzuhalten, um sie in einem nächsten Schritt innerhalb der Malerei zu halten, zu befragen und dem fotografierten Moment zugleich Realität, Sinnlichkeit und Haptik zurückzugeben, die ihm ursprünglich innewohnten.
Für Tamara Al-Samerraei, die inmitten Beiruts lebt und arbeitet, ist diese gedankliche Pendelbewegung zwischen Innen und Aussen, zwischen Flüchtigen und Bleibendem, Schutz und Gefahr, zentral für ihr Schaffen; eine Bewegung, die sie auch auf ihr eigenes Werk und damit auf Themen anwendet, die sie fortschreibt. So fotografiert sie bestehende eigene, ältere Gemälde ab, um sie als Fragmente und Details in neue Arbeiten zu überführen. Die Orte, die Tamara Al-Samerraei malerisch erkundet, sind meist solche, die mit persönlichen Erinnerungen, flüchtigen Heimaten, auch solche, die nicht mehr existieren, und mit vergangenen Intimitäten verbunden sind: das aufgewühlte Bett, der Blick in den Garten, ehemalige Atelierwände von Orten, die verloren sind, die noch die Spuren früherer Malprozesse und bereits abgehängter Gemälde zeigt – Momente freien Denkens und Arbeitens. Wie malt und arbeitet man im Inneren, wenn sich im Äusseren für viele Menschen um einen herum grosse Gefahren, Gewalt und Krieg abzeichnen?
Durch diese malerische Rückschau und zugleich Vorschau versteht sich die Künstlerin nicht in der Rolle einer reinen Beobachterin von Vergangenem, sondern schreibt diese fort und reflektiert sich selbst im Hier und Jetzt, im Versuch einer Art Aussenperspektive. Die Fotografien, die sie selbst von ihrem unmittelbaren Umfeld aufnimmt – meist Aussen- oder Innenräume –, ebenso wie fotografisches Fundmaterial, sind wichtige Elemente dieser Reflexion der Gegenwärtigkeit. Sie seien, so Tamara Al-Samerraei, ein Medium, durch das sie sowohl zur Malerei als auch zu jenen Räumen zurückkehren könne, die sie verlassen hat oder verlassen musste. «Man kann es als Zeugnisse der Arbeit und Zeugnisse des Lebens verstehen.»
Ich frage mich, wie es ist, inmitten Beiruts über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg zu arbeiten an wechselnden Orten, unsicheren, gewaltvollen Zeiten, unterbrochen durch Reisen oder Residenzen im Ausland, die nicht jeder oder jede antreten kann und die oft mit sehr grossen Schwierigkeiten verbunden sind – und dennoch immer wieder zurückzukommen, mit allem, was dort tagtäglich geschieht: die Bilder, die auch uns in Europa in den letzten Jahren erreicht haben, von Krieg, Verlust, Explosionen, Wirtschafts- und Energiekrisen, prekäre Verhältnisse für viele, die hier leben, aber auch von Zartheit und Schönheit. Wie ist es, wenn sich das Aussen immer wieder Bahn bricht in den vier Wänden des Ateliers oder der Wohnräume? «Mein Atelier befindet sich in Beirut, im Herzen der Stadt», beschreibt es die Künstlerin. Sie habe zwanzig Jahre in demselben Atelier gearbeitet, in einem alten traditionellen libanesischen Haus mit Garten. Es gehörte einer Künstlerin, für die sie zehn Jahre lang als Assistentin tätig war. «So begann ich dort zu arbeiten und setzte dies aufgrund unserer engen Freundschaft fort. Mein Atelier befand sich im Nebengebäude im Garten.» Doch irgendwann sei die Baustelle nebenan sehr aggressiv geworden und habe das Atelier zum Einsturz gebracht, im Moment ihrer Vorbereitungen zu einer Einzelausstellung. Sie baute es wieder auf mit Hilfe von Freunden, zog vorübergehend um und zog wieder ein. «Doch dann kam die Stromkrise im Libanon. Wir mussten auf Generatoren zurückgreifen. Ich war von mehreren Generatoren umgeben, deren Dieselabgase in den Garten und in mein Atelier drangen. Also zog ich in ein höheres Stockwerk des Hauses, das einer weniger betroffenen Seite zugewandt war. Dies sollte wieder nur eine vorübergehende Lösung sein, doch die Krise hielt an. Die Abgase wurden immer schlimmer, und alle Seiten des Gebäudes waren betroffen, sodass ich es schliesslich komplett verlassen musste. Im Juli richtete ich mein Atelier zu Hause ein, verzweifelt darum bemüht, mich niederzulassen und zu arbeiten.» Wie geht man mit diesen Unsicherheiten um, der Flüchtigkeit von so zentralen Räumen künstlerischen Denkens und Arbeitens wie dem Atelier? Ein Ort, der es ermöglicht, Leben, Arbeiten, Denken und Sein, aber auch Schutz zusammenzubringen. Ob sie sich an diese Orte, die so lange zentral für ihr Schaffen waren und die sie loslassen musste, oft erinnere? «Die Werke Studios Titon 1 und 2, die in der Ausstellung zu sehen sind», so die Künstlerin, «entstanden in einem Atelier in Paris, das ich für eine kurze Zeit von einem Künstlerfreund mieten konnte und das mir sehr viel bedeutet. Vielleicht auch gerade deswegen, weil es mich an mein Gartenatelier in Beirut und die Gemeinschaft darin erinnert.»
Als wir uns das erste Mal per Zoom verabreden, ist Tamara Al-Samerraei wiederum für kurze Zeit mit einer Residency in Zypern unterwegs. Was nimmt sie von diesen Reisen und neuen Heimaten auf Zeit mit, aus denen sie immer wieder zurückkehrt in ihre Heimat, so brüchig und unsicher sie ist, – in Erinnerung an das, was man zurücklässt und vielleicht nicht mehr so wiederfindet, wenn man heimkehrt? «Ich geniesse Residenzen nur, wenn ich dieses Gefühl der Zugehörigkeit verspüre, auch wenn es nur vorübergehend ist, als würde ich jedes Mal versuchen, Wurzeln zu schlagen, obwohl ich weiss, dass dieses Gefühl nicht von Dauer ist. Früher brauchte ich ein Atelier für mich, um Leben, Vielschichtigkeit und Geschichten miteinander zu verweben, doch mit der Zeit wurde alles provisorisch. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum ich begann, diese Räume und ihre Wände zu dokumentieren. Das Thema des Verlustes begleitet mich überall.»
Tamara Al-Samerraeis Zeichnungen und Gemälde lassen sich als Erinnerungsbilder an flüchtige Ateliers und vergangene Sehnsuchtsorte lesen – als etwas, das nur kurz aufscheint, um wieder zu verschwinden. Doch wir wissen selbst, wie schwer es ist, sich konkret zu erinnern, gerade an erlebte Situationen, die nicht oder nur flüchtig fotografisch festgehalten werden konnten. Hat sich alles tatsächlich so zugetragen? Welche Gefühle mischen sich in diese Erinnerungen? Welche dunklen Schatten oder lichten Momente treten hinzu? Und was kann durch das erneute Malen, durch das Wiederaufgreifen zurückgewonnen werden, was verloren schien?
Zu den malerischen Reflexionen treten bei Tamara Al-Samerraei Erinnerungsarbeiten an das Aussen hinzu, das sie im Hinblick auf die gegenwärtige politische Situation und gesellschaftliche Umbrüche befragt. Es sind, wie sie sagt, «Orte der Last, der Erinnerung und des Verlusts, die jedoch im Bann der Leinwand, in malerischer Schichtung und Befragung neuen Halt und auch Hoffnung erhalten». So zeigen die neuesten Werke oftmals verlassene, hüttenartige Strukturen, die Tamara Al-Samerraei in Zypern, Frankreich, Kuwait und im Libanon aufgenommen hat. Es sind bescheidende Unterkünfte, die sie an traumhafte Vorstellungen eines perfekten Hauses erinnern, wie sie die Künstlerin als Kind in Kuwait entwickelte. «Ich erinnere mich an eine Wohnung in einem Gebäude aus den 1970er-Jahren, das mit Beton und auffälligen orangefarbenen Keramikfliesen verkleidet war, sowie an eine Kinderzeichnung eines idealen Hauses mit spitzem Dach, Fenstern, Holztür und Lattenzaun.» Was ist von dieser Idealvorstellung geblieben in einem Land, das von politischen und gesellschaftlichen Unsicherheiten geprägt ist?
«Vielleicht», so Tamara Al-Samerraei, «ist es eine Vision von Zuhause, eine Art Séance mit der Erinnerung: ein fragiler Raum aus eingestürzten Dächern und fehlenden Türen. Die Malerei gibt dieser Flüchtigkeit ihre Präsenz und Dauer zurück – das ist auch ein hoffnungsvoller Gedanke.»
Ich reise weiter und treffe Mireille Blanc in Paris. Als ich ihre Gemälde zum ersten Mal sehe, bin ich sehr berührt von der physischen Präsenz der Arbeiten, ihren Motiven und der ausgeprägten Körperlichkeit der Malerei. Eine Malerei, die weder in der gewohnten Zweidimensionalität aufgeht noch in den Fotografien, die sie vorab von Bildern, Situationen und Details gemacht hat, die sie interessieren. Welche Motive sind es aber, die sie ansprechen und von so viel Nähe und Intimität erzählen? Meistens, so die Künstlerin, drängen sich ihr die Themen nahezu von selbst auf. «Die Realität bricht herein, und das Bild, das zum Ausgangsbild der Malerei wird, formuliert sich vor meinem Auge. Es ist dann gerade der rätselhafte Aspekt der Dinge, der mich interessiert: ihre Fremdartigkeit, die plötzliche Mehrdeutigkeit des Vertrauten, wenn Dinge ihre Bedeutung zu verlieren scheinen und zu etwas anderem werden, beinahe Unsichtbarem.»
Es sind somit mehrere Schritte der Annäherung und Distanznahme, die Mireille Blanc in ihre Gemälde einfliessen lässt: das Fotografieren einer Situation oder einzelner Objekte, die sie sucht, und deren Übersetzung in eine Malerei von besonderer Dichte. Das gewählte Material der Malerei ist hierbei entscheidend: Der Malprozess mit schwerer Ölfarbe bleibt sichtbar und vermittelt dadurch die nachvollziehbare haptische Dimension, die die Künstlerin sehr interessiert und der sie bewusst jede Flachheit und Glattheit entgegensetzt. «Es macht Freude, mit diesem dichten Material zu arbeiten, das den Blick zwingt, langsamer zu werden», so die Künstlerin.
Es fällt auf, dass einige der Malereien, mit denen Mireille Blanc in ihrem Atelier im Vorort von Paris arbeitet und hantiert, sehr gross sind und die Körpergrösse der Künstlerin zu überragen scheinen. Andere wiederum sind sehr kleinformatig und gehen gewissermassen in Richtung der Fotos von Blanc zurück, die ihnen zugrunde liegen. Wie wählt sie wohl diese Grössen der Motive aus, die sie mit der Kamera einfängt, wenn doch auch hier ursprünglich Kleines sehr gross werden kann – und umgekehrt. «Die Frage des Formats ist in der Tat wichtig: Ich mag es, vom sehr grossen Format zum sehr kleinen zu wechseln. Die Beziehung zum Körper – zu meinem eigenen, aber auch zu dem des Betrachters – ist jeweils eine andere: In den grossen Gemälden steht der Körper der Malerei gegenüber; es gibt diese Idee des Aufgesogenwerdens, wenn Grössenverhältnisse durch eine Vergrösserung und Zerstückelung des Motivs und ein sozusagen Überlaufen des Rahmens irritiert werden. Umgekehrt erfordern kleine Gemälde eine stärkere Annäherung, ein Sich-Einlassen auf das Detail, das Fragment, in einer fast kurzsichtigen Intimität.» Eben diese Spannung zwischen beiden, dieses Hin und Her, interessiert sie, gerade weil es die gewohnte Lesbarkeit stört und beim Gegenüber eine Art Zweifel erzeugt. «Für mich», so Mireille Blanc weiter, «ist das eine der Herausforderungen der Malerei heute: dass sich nicht alles sofort offenbart, dass es Zeit braucht, bis sich ein Bild dem Blick erschliesst und eine zeitliche wie auch emotionale Tiefe aufbaut.»
Was sind es für Themen, denen Mireille Blanc in dieser Schichtung nachspürt, wenn sie Motive von der Echtzeit in die Fotografie, später in die Malerei und schliesslich wieder in einen realen, physisch erlebbaren Moment überführt? Es sind Themen, die uns unmittelbar vertraut und intim erscheinen: Da ist etwa die Geburtstagstorte, die nach dem Ende der Party wenig glamourös zurückbleibt, ein getragenes, in Falten geworfenes T-Shirt mit der Aufschrift «Emerging artist», als habe sich dieses Versprechen aufgelöst; oder eine Clementinenschale, wie in alten Stillleben, die nach dem Verzehr übrig bleibt und den leisen Beigeschmack von Verlust in sich zu tragen scheint. Ist es dieses Danach in seiner Melancholie, das Mireille in ihrer Malerei bannt?
«Genau das ist es, was ich suche: Sensibilität hinzuzufügen, die Banalität zu überwinden und den Blick auf die Dinge um uns herum zu schärfen. Das ist das Thema, das sich mir aufdrängt – eine zufällige Begegnung, auch ein Teil Intuition. Es muss eine Notwendigkeit geben, ein Bild zu malen.»
Ich frage mich, ob es auch bei Mireille Blanc diese Idee gibt, sich über die Fotografie zu erinnern und vergängliche Momente in der Malerei festzuhalten, ähnlich wie Tamara Al Samerraei auf unwiederbringlich Vergangenes zurückgreift und beide während der Ausstellungsvorbereitung wechselseitig die Arbeiten der jeweils anderen kennen und schätzen lernten. «Ja», führt Mireille Blanc aus, «es gibt diese Verbindung zur Vergangenheit, da der Moment stattgefunden hat. Ich mache Fotos und überarbeite sie. Dann kommt für mich eine Zeit der Klärung des Ausgangsbildes, in der ich meine Fotos retuschiere, verwische und beinahe erschöpfe, wodurch eine weitere Ebene hinzugefügt wird. Wie bei jedem Stillleben geht es um die Endlichkeit der Dinge – um das, was geschieht, um ein Ende, aber auch um Fortbestehen. Das reicht für mich auch über das Verständnis der Nostalgie hinaus, denn es hat damit zu tun, was Zeit mit Materie macht. Meine Bilder sind in der Tat wie Überreste und Erinnerungsbilder. Und das hängt sicherlich mit einer Form von Angst zusammen: der Angst vor dem Verschwinden.»
Zuletzt sind es die Innenräume, die mich interessieren und für viele ihrer Werke den Ursprung darstellen. Denn hier verdichten sich bestimmte Vorstellungen von Alltag mit vertrauten Gegenständen, die, je nach Blickführung, seltsam und rätselhaft anmuten können. Ich erinnere mich an einen Text des Philosophiedozenten und Autors Matthias C. Müller über die Innen-Aussen-Spannung im Raum und die Entstehung des Selbst darin. Brauchen wir ein Bewusstsein für das Innere, das Interieur als vertrauten Ort, um uns selbst, aber auch die Vergangenheit zu verstehen – und um das Äussere als etwas Unbekanntes und Neues zu reflektieren?
«Diese Idee der Innen-Aussen-Bewegung ist sehr interessant. Ich denke, dass diese Grenze durchlässig ist und dass es letztendlich genauso viel Fremdes und Unbekanntes in dem gibt, was wir als vertraut oder innerlich bezeichnen, wie im Aussen. Mich interessiert jener Moment der Spannung, der Bedeutungsverschiebung, in dem das Alltägliche transzendiert wird. Das entspricht dem, was man als ‹beunruhigende Fremdheit› bezeichnet: jenem Augenblick, in dem die häusliche Umgebung, das Selbst oder vertraute Gegenstände plötzlich ‹anders› erscheinen. Es ist diese Spannung, dieser Umschwung, den ich zu malen versuche.»
Umgeben von den Malereien, Zeichnungen und Wandarbeiten von Tamara Al-Samerraei und Mireille Blanc hallen die Gespräche mit den beiden nach. Der Blick nach Innen, so wie sie ihn verstehen, ist alles andere als rückwärtsgewandt. Es ist vielmehr ein präzises Hinsehen, ein Schutz, Verstehen und Ordnen der Gedanken, wie es war und was es sein könnte – manchmal von Melancholie begleitet, nie jedoch ohne Hoffnung und Zuversicht – im Kleinen wie im Grossen. In ihren Ateliers schärfen sie ihr verstehendes Sehen, um – trotz vielem – nach vorn aufzubrechen und diesen Blick mit uns zu teilen.